Und schon wieder sind wir unterwegs, während sich hier mein nächstes Buch vorstellt. Gestern hatten wir einen einmaligen Feiertag in Berlin aus Anlass des 80. Jahrestages der Befreiung und heute ist Brückentag, was automatisch heißt, dass die Werkstatt geschlossen ist und sich ein weiteres langes Wochenende ergibt😀
Diesmal gibt der 6. Geburtstag von Ernst Tiberius - kurz „Ernie“ genannt - unserem Enkel, Anlass zu einem Ausflug an die Müritz (wo gestern auch Feiertag war), dahin wo er mit seinen Eltern zu Hause ist.
Kinder, wie die Zeit vergeht - ist es tatsächlich schon 6 Jahre her, seit wir den „kleinen Mann“ das erste Mal im Arm hielten und das kleine Wunder bestaunen konnten😘
Große Großelternfreude von Anbeginn!!!
Nun also zum nächsten Buch…
Apfelblütenjahre
von Katrin Tempel
(Chefredakteurin der Zeitschrift LandIDEE)
Das sagt der Klappentext:
Der Duft von Apfelblüten und der Traum von Freiheit
Nach dem Tod ihrer Mutter kehrt Karen das erste Mal seit Jahren auf die Apfelplantage der Familie in der Pfalz zurück. Dabei werden nicht nur Erinnerungen an ihre eigene Jugend wach, sondern auch an ihre freiheitsliebende Mutter und ihre Großmutter, die am Ende des Zweiten Weltkrieges aus Ostpreußen floh und mit ein paar kleinen Apfelreisern im Gepäck die Zukunft ihrer Familie vorbestimmte. Als Karen ihren Heimatort neu entdeckt, ist sie sich plötzlich nicht mehr sicher, wo ihr eigener Platz im Leben ist - und wo sie wirklich glücklich sein kann.
Und meine Gedanken dazu:
Auch dieses Buch spielt in verschiedenen Zeitebenen, weil man Einblick sowohl in das Leben der Hauptperson Karen als auch in das ihrer Großmutter Marie und ihrer Mutter Luzie bekommen soll.
Es beginnt in der Gegenwart, in der Karen nach 30 Jahren in New York zur Beerdigung ihrer Mutter Luzie in ihre Heimat, in einen Winzerort in der Pfalz, zurückkehrt.
Und gleich folgt der 1. Zeitsprung zum Ende des 2. Weltkriegs, wo ihre Großmutter Marie mit ihren 3 Töchtern aus Ostpreußen fliehen muss. Noch in der Nacht vor ihrer Flucht schneidet sie Reiser von ihren herrlichen Apfelbäumen, deren Früchte so einzigartig gut schmecken. Egal wo es sie hin verschlagen wird, sie hat den Traum, wilde Apfelbäume mit ihren Reisern zu veredeln und damit ein Stück Heimat bei sich zu haben und mit den wohlschmeckenden Äpfeln eine neue Existenz aufzubauen. Es gelingt ihr mit viel Fleiß und guten Ideen, z.B. aus dem besonderen „Zuckerapfel“ gut verträglichen Baby-Brei herzustellen.
Zeitebene Nr. 2 begleitet ihre jüngste Tochter Luzie, die als junge Frau das immer gleiche, arbeitsreiche Leben auf dem Apfelgut ihrer Mutter satt hat und die Flucht ins München der späten 60er Jahre antritt. Hier führt sie einige Monate ein abenteuerliches Leben zwischen freizügigen WG‘s und Aushilfsjobs bis… sie spürt, dass sie nicht mehr nur für sich Verantwortung übernehmen muss. Sie kehrt zurück aufs Apfelgut und begegnet dort Matthias. Sie heiraten, werden mit ihrer Tochter Karen eine Familie und führen nach Maries Tod das Apfelgut weiter.
Zeitebene 3 ist Karens Kindheit und Jugend. Sie träumt einen ganz anderen Traum - da spielt die Tradition des Apfelgutes, dass von viel körperlicher Arbeit und immer gleichen Abläufen geprägt ist, keine Rolle. Sie schließt sich der Friedensbewegung an und protestiert in Mutlangen und sie interessiert sich für Mode. Sie sieht ihre Chance sehr weit weg - sie reist mit 17 als Touristin nach New York und kann ihren Traum, Mode aus ökologischen, nachhaltigen Stoffen tatsächlich verwirklichen.
Sie begegnet Jeff, der ein Glücksfall für sie und ihren Traum ist…
Und dann kehren wir wieder zurück in die Gegenwart und die Geschichte wird mit der Zeit der Beerdigung von Luzie weitererzählt. Es gibt auch noch Karens Vater Matthias, der an Demenz erkrankt im Pflegeheim lebt und seine Tochter nur in wenigen Momenten erkennt und auch den Tod seiner Frau nicht versteht. Karen begegnet den Freunden ihrer Jugend und sie sind es auch, die mit ihren Ideen und ihrer Begeisterung dafür sorgen, dass sie ihr Elternhaus und den Hof nicht einfach verkauft und den Apfelgarten mit den besonderen Bäumen und deren wohlschmeckenden Früchten nicht roden lässt…
Eine tolle Geschichte, in der die Autorin aus dem Tagebuch ihrer Tante, einer Kiste mit Fotos aus dem Nachlass ihres Vaters, ihren eigenen Jugenderinnerungen in der Friedensbewegung und den Erfahrungen mit dem gepachteten Apfelgarten, in dem sie alte Apfelsorten entdeckt hat, verarbeitet. All diese Puzzle-Teile haben sich zu einer Familiengeschichte zusammengefügt, die viele spannende Facetten hat und tatsächlich auch so hätte geschehen sein können.
Mir hat dieses Buch große Freude gemacht!
Jetzt kann ich mich für das nächste entscheiden und hier werde ich davon erzählen…
Herzlichst, Lene

Dann mal viel Spaß auf Ernies Geburtstag liebe Lene.
AntwortenLöschenJa, die Zeit vergeht. So schnell wird aus Klein Groß.
Ich glaube, das Buch kenne ich, ich muss gleich mal in mein Bücherregal schauen.
Dir einen schönen Abend, lieben Gruß
Nicole