Mein Juni, das sage ich jetzt in der Rückschau, war ein Wechselbad der Gefühle:
- das Wetter finde ich, immer dann wenn die Temperaturen über 25° steigen, äußerst anstrengend, um so willkommener ist jeder Regenschauer
- beruflich gab es viel zu tun, weil für eine 6-tägige Abwesenheit vorzusorgen war
- dann kam ein Ereignis, mit dem überhaupt niemand rechnete… Meine Mutter kam ins Krankenhaus und niemand wusste Bescheid😔 Stellt Euch vor, der Krankenwagen holt Euch von jetzt auf gleich ab und 4 Tage lang liegt ihr an Sauerstoff und Tropf und niemand von der Familie rührt sich. Eine schlimme Vorstellung, zumal im Alter von 97 Jahren. Ich bin mit meiner Mutter Montags und Freitags um 17 Uhr telefonisch verabredet. Ich rief an dem besagten Freitag mehrmals vergeblich an und auch an der Rezeption des Seniorenstifts nahm niemand ab. Also bin ich von einer Telefonstörung ausgegangen und hab es am Samstag Vormittag probiert und da sagte man mir an der Rezeption „… ihre Mutter liegt doch seit Dienstag im Krankenhaus…“. Ich hatte gerade einen Kuchen im Ofen und sobald der fertig war, hab ich mich bei brütender Hitze auf den Weg gemacht. Nach 1-ständiger S-Bahn-Fahrt und 20 Minuten Fußmarsch in praller Sonne kam ich mit hochrotem Kopf auf der Station an, wo ich schon sehnlichst erwartet wurde. Die freundliche Schwester vom Telefon begrüßte mich mit den Worten „sind sie die Marlene?“ Ja, meine Mutter lag da ziemlich verloren und traurig in dem Bett - die Umgebung mit Blick auf den Park und einem herrlichen Vogelkonzert war zwar nicht sooo schlecht für ein Krankenzimmer und das Personal war auch äußerst nett und rührig. Aber wenn man meint, dass das jetzt die Endstation des Lebens ist und sich schon niemand mehr um einen kümmert, kann man solche Dinge nicht wirklich wertschätzen. Es hat viel Erklärung und gutes Zureden gekostet, um sie wieder in einer etwas bessere Stimmung zu bringen und ihr wieder Zuversicht zu geben. Aber der nächste Schock kam, als statt der Entlassung nach Hause eine Verlegung in eine Reha-Klinik anstand. Dort hat sie allerdings spezielle Behandlungen verweigert, weil sie eine schnelle Entlassung bewirken wollte. Einmal konnte ich sie dort vor meiner Auszeit noch besuchen, dann hat mein Bruder und als nächstes meine Schwester die Betreuung übernommen. Seit gestern ist sie nun wieder in gewohnter Umgebung und wird vom häuslichen Pflegedienst betreut.
- für mich stand ja der Markt an, dessen Vorbereitungen ich mich in jeder freien Minute gewidmet hatte - ich wollte ein vielfältiges Angebot und dann…
… wurde es leider ein Flop für mich - ich wünschte, es wäre anders, aber leider😔
Dafür lief es für den Herzallerliebsten und seine Bilder richtig gut - mehrere Verkäufe plus einem interessierten Galeristen - mehr kann man von einem solchen Markt gar nicht erwarten. Es freut mich um so mehr für ihn, weil er nach 2 Jahren Pandemie einfach dringend einen Motivations-Schub brauchte😄
- schön war es auch, dass wir uns in diesem Jahr überhaupt keine logistischen Gedanken machen mussten - die Kinder kamen mit dem großen Auto und haben uns den Transport unserer Produkte und die leidige Parkplatz-Suche einfach abgenommen - wunderbar! Und sie waren den größten Teil der Zeit in unserer Nähe - Klein-Ernie hat auf der Wiese hinter unseren Ständen ein ausgiebiges Mittagsschläfchen gehalten. Seinen Eltern ging es leider nicht so gut - beide hatten mit einer Erkältung in verschiedenen Stadien zu kämpfen, aber sie wollten unbedingt kommen. Wir haben dann noch den Samstagabend und Sonntagvormittag miteinander verbracht, bevor die junge Familie an die Müritz zurückkehrte.
- am Montag sind wir zu früher Stunde gen Flensburg aufgebrochen und freuten uns sehr, dem Hitze-Chaos in der Großstadt entfliehen zu können. Von Montag bis Freitag hatten wir ein kleines historisches Häuschen in der Altstadt gemietet ohne irgendwelche Aktivitäten geplant zu haben. Auf dem Weg erreichte uns die telefonische Nachricht, dass Flori einen positiven Corona-Test hat und Suse mit den gleichen Symptomen langliegt, die ihn eine Woche zuvor plagten. Das tut uns so leid. Das ist bereits seine 2. Erkrankung und wieder ist ihm der Geschmackssinn verloren gegangen. Wir hoffen beide sehr, dass es ihnen schnell wieder richtig gut geht ohne weitere langfristige Folgen!
- nun ist der letzter Abend unserer kleinen Auszeit im Norden angebrochen - wir sitzen noch auf unserer kleinen lauschigen Terrasse und genießen die herrliche Luft und den Duft von Lindenblüten, der hier über dem kleinen Innenhof mit dem Wasserspielplatz liegt. Wir haben schon beschlossen, dass wir unbedingt noch einmal in dieses kleine charmante Häuschen mit den Stockrosen vor der Tür - gleich rechts im Bild -
zurückkehren wollen.
Übrigens konnte ich im hiesigen Wollgeschäft einigen Knäueln bunter Sockenwolle nicht widerstehen. Jetzt, wo das Thema Markt erstmal gegessen ist, habe ich schon wieder große Lust auf stricken - denn nach dem Sommermarkt ist vor dem Adventsmarkt.
Das war also unser Juni - der uns am Ende mit einem ganz schönen entspannten Aufenthalt in einem netten Städtchen am Wasser entschädigt hat. Näheres dazu folgt in Kürze ausführlicher. Wie gesagt, wir haben uns hier einfach treiben lassen, ohne auch hier irgendwelche Eckpunkte abzuarbeiten. Wir sehnten uns nach Ruhe und haben sie unbedingt gefunden. Deshalb wollen wir auch wiederkommen.
Ich wünsche Euch allen nun einen traumhaft schönen Juli mit möglichst vielen Momenten des Genießens - denn auch wenn einem die Temperaturen an manchen Tagen einfach Zuviel werden, ist Eis essen und im See/Meer baden zu können oder einfach an langen lauen Abenden auf dem Balkon/der Terrasse sitzen zu können, im Sommer einfach am schönsten.
Herzlichst,
☀️ Lene ☀️
Liebe Lene,
AntwortenLöschenwas für ein verrückter Monat!
Wie es deiner Mama ergangen sein mag, kann ich vermutlich nicht annähernd erahnen. Was für ein Glück, dass sie alles scheinbar gut überstanden hat. Tropf und Sauerstoff klingt schließlich nicht nur nach Schnupfen. - Und dann noch der emotionale Stress...
Wie kann es sein, dass dich aus dem Heim niemand verständigt hat? Ehrlich, 4 Tage lang. Da kann sich auch niemand mit viel Arbeit rausreden. Das geht doch wohl gar nicht.
Mein älterer der beiden Lieblingssöhne - du weißt, wie er heißt ;o) - hatte auch gerade Corona (hurra, seit heute ist er wieder negativ). Zum Glück waren die Symptome nicht zu schlimm. Selbst habe ich mich vorgestern zum 4.x impfen lassen und kämpfe noch ein wenig mit den Nebenwirkungen. (Aber lieber das, als vielleicht einen blöden Verlauf.) Deinem Flo und seiner Suse gute Besserung!!!
Wie schade, dass sich Herzblut und die Energie, die du in den Markt gesteckt hattest, für dich nicht so ausgezahlt hat. Das tut mir wirklich leid.
Die Straße, in der eure FeWo liegt sieht ganz entzückend aus und ich bin schon recht gespannt, was du vom Urlaub noch berichten wirst. Die Gegend um Flensburg steht durchaus auch noch auf meiner Liste für gewünschte Urlaubsziele.
Nun komme erstmal gut wieder Zuhause und im Alltag an.
Herzliche
Claudiagrüße
Ach Lene, Kopf hoch, der nächste Markt kommt bestimmt, und dann wird es besser.
AntwortenLöschenDas hört sich sonst nach einem schönen Juni an, besonders Eure Auszeit.
Nur das mit Deiner Mama tut mir so leid. Wie schlimm muss es für sie sein.
Allerdings kann ich auch nicht verstehen, warum das Heim keinen von Euch benachrichtigt hat.
Dir nun einen wunderbaren Juli, ganz lieben Gruß
Nicole