Freitag, 23. Mai 2025

Ein Buch am Freitag (7)

 Es ist wieder soweit, es ist zwar schon Freitag Nachmittag, aber ich bin diesmal erst kurz vor knapp fertig geworden.  
Auch in dieser Woche war die Müdigkeit kaum weniger, aber... meine Fahrzeiten haben sich verlängert und so blieb da mehr Zeit zum Lesen.
Warum sie sich verlängert haben? Weil es die nächste Brücken-Havarie in Berlin gibt - diesmal im Südosten, genau auf meinem Arbeitsweg. Nichts geht mehr drunter durch, oben drüber ging schon längere Zeit nichts mehr, weil die Instabilität der Brücke längst bekannt war. Nun hats allerdings schon gebröckelt,  die Stahlarmierung war gebrochen und sie drohte in sich zusammenzubrechen. So wurde Montag Mittag die große Kreuzung darunter für jeglichen Verkehr gesperrt und als ich Feierabend hatte, hieß es auf den Displays der Haltestellen, die Strecke sei wegen einem "Schadensereignis" gesperrt. Na prima! 
So blieb mir allerdings nur der weitere Bogen mit der S-Bahn und weil auch dort verschiedene Gründe immer wieder für Zugausfälle sorgen, ist der Berliner zu sehr viel Geduld und Flexibilität "angehalten".
Man kann sich ärgern, wütend sein und mit den Füßen stampfen, es hilft nix...
Am 1. Tag klappte es noch überraschend gut - also die Heimfahrt, aber ab Dienstag verlängerte sich meine Fahrzeit bis aufs Doppelte! Warum? Weil das Straßenbahnnetz im Südosten durch die gesperrte Brücke zu einer Insel wurde, auf der es im Moment der Sperrung zu wenig Straßenbahnen gab. So wurde aus dem 5-Minuten-Takt ein 20-25-Minuten-Takt und die Bahnen sind entsprechend voll. Glück im Unglück - die Fahrt zum nächsten S-Bahnhof dauert nur knappe 10 Minuten bis alle Heringe die Büchse wieder verlassen können. Und dann folgt die Fahrtstrecke mit der S-Bahn (wenn sie nicht auch gerade ausfällt) und einer weiteren Straßenbahn, wo dann Gelegenheit zum Lesen bleibt, womit wir wieder beim aktuellen Buch sind...

"Aufbruch der Störche"
von Corinna Vossius

Der Klappentext sagt Folgendes:

Das einfühlsame Porträt einer willensstarken Frau
Erika wächst auf einem Gutshof in der Nähe von Danzig auf. So wie die Störche im Herbst würde auch sie manchmal am liebsten davonfliegen. Sie träumt davon, einen Beruf zu erlernen, doch ihre Mutter möchte für sie möglichst schnell eine gute Partie finden. Als Erika sich mit Axel verlobt, sind die Familien erleichtert. Dabei haben die beiden zunächst nur einen heimlichen Pakt geschlossen, um Zeit zu gewinnen: Vor einer möglichen Heirat kann Axel in Ruhe Medizin studieren, und Erika darf nach Dresden an die Kunstgewerbeschule. Doch mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs zerschlagen sich alle Pläne. Und während  Axel sich an der Front seiner Gefühle für Erika immer sicherer wird, verliebt diese sich in einen anderen Mann...


Und meine Gedanken zur Geschichte:
Die Autorin hat die Geschichte nach den Erinnerungen ihrer Großmutter Erika geschrieben, die ihr früher viel aus ihrer Jugend erzählt und vorgelesen hat.
Ja, es beginnt, als Erika im Backfisch-Alter auf der Hochzeit ihres Bruders Herbert, Axel kennenlernt. Axel ist einer von 3 jüngeren Brüdern der Braut Magda. Sie sind sich sympathisch und begegnen sich in der Folgezeit immer wieder auf Familienfesten und schließen irgendwann den Pakt, sich zu verloben. Noch nicht wirklich mit ernsten Absichten, nein, sie wollen sich damit beide Freiraum schaffen für ihre eigenen Ziele. Erika geht zunächst auf die Kunstgewerbeschule in Dresden und Axel studiert Medizin in Heidelberg. Und dann beginnt der 1. Weltkrieg... Axel möchte unbedingt als Arzt an die Front
und Erika arbeitet zunächst als ehrenamtliche Helferin am Dresdner Bahnhof, an dem viele Soldaten von einem Fronteinsatz zum nächsten Aufenthalt haben. Aber sie möchte einen richtigen Beruf erlernen und wird, gemeinsam mit ihrer Freundin Irene als "Pröbchen" (Probeschwester) im Carolahaus angestellt. Hier werden schwer verletzte Soldaten behandelt. Leider geraten sie unschuldig in den Verdacht, Morphium gestohlen und verkauft zu haben und werden entlassen. Just in diesem Moment ergibt sich ein glücklicher Zufall, als Erika gerade zur Stelle ist, als sich ein Junge beim wilden Spiel mit Freunden auf der Straße verletzt. Sie bringt ihn zu ihrem Nachbarn, einem Arzt. Er behandelt den Jungen und ist dabei sehr beeindruckt von Erikas Hilfsbereitschaft und Empathie. Er hat nicht nur seine Hausarzt-Praxis, sondern ist auch noch in einer Klinik außerhalb Dresdens tätig. Dorthin lädt er sie ein und bietet ihr eine Stelle an. Aber Erika möchte nicht ohne Irene beginnen, was ihr gelingt. Und während Axels Liebe zu Erika immer intensiver wird, obwohl sich beide aufgrund der Umstände noch gar nicht wirklich näher kommen und nur Briefe austauschen konnten, begegnet Erika in der Klinik Paul, zunächst als Patient und dann als Stationshelfer... 
Und an dieser Stelle beende ich meinen Einblick ins Buch. Ich gebe zu, dass mir die Schilderungen aus dem KlinikAlltag manchmal etwas zu ausführlich und lang ausfielen. Dennoch hat mich irgendwas doch an der Geschichte gereizt. Vor allem war ich natürlich gespannt, was aus Erika, Irene, Axel und Paul wird. 

Jetzt freu ich mich auf ein neues Thema, eine neue spannende Geschichte!
Und nebenbei soll auch mein Pulli wachsen...

Herzlichst, Lene



Sonntag, 18. Mai 2025

Meine Woche 20

Meine Woche begann mit einem Ärgernis - angesagt war eigentlich nur, dass meine Straßenbahn nicht hier, sondern erst 2 Kreuzungen weiter losfährt. Gut, damit hätte ich mich ja arrangieren können. Aber das Ärgerliche begann, als die Anschlussbahn kommentarlos ausfiel und die nächste ohne Vorwarnung einer abweichenden Linienführung folgte. Der Fahrer der nächsten Bahn erst gab eine Erklärung, warum er nur bis zur nächsten S-Bahn-Station fährt: vor uns war eine Straßenbahn entgleist - auch ein Pkw war wieder beteiligt. Ich wollte meinen Weg zur Arbeit mit der S-Bahn fortsetzen, bin allerdings auch dort gescheitert. Es sollte in meine Richtung einen Schienenersatzverkehr geben, aber ich habe vergeblich nach der Haltestelle gesucht und mit mir viele andere. An dieser Stelle habe ich meinen Kollegen angerufen und mich entschlossen nach Hause zurück zu kehren, um im Home Office zu arbeiten. Nach 2,5 Stunden hatte ich keine Lust mehr auf weiteres Chaos. 
Das war also mein nerviger Wochenauftakt. Danach wurde es ruhiger.

Mittwochs arbeiten wir ja immer länger, damit wir freitags früher ins Wochenende starten können. Und oft gibt es gemeinsame Themen, die dann besprochen werden. Zu diesen Terminen bereite ich immer „süße Begleiter“ vor. Für diesen Mittwoch hatte ich mich für Cake Pops entschieden, die ich bereits bei Ernies Geburtstag mit gutem Erfolg ausprobiert hatte. Das Foto habe ich im Geburtstagstrubel gerade noch rechtzeitig „knipsen“ können, denn…


… von unserer 2. Ladung für die Kollegen habe ich das Foto schlicht vergessen. Sie sahen allerdings auch nicht anders aus und… es blieb kein einziger übrig. Eigentlich wollte ich diese Tradition jetzt beenden, weil es eine Zeit- und inzwischen auch eine Kostenfrage geworden ist. Das Thema Kosten haben die Kollegen sofort spontan gelöst, in dem jeder einen Obulus gegeben hat. Also mein Plan für den kommenden Mittwoch steht.

Montag - Mittwoch - und nun Freitag: da haben wir ja gemeinsam zum 13. Geburtstag von Ulrikes Blog gratuliert und uns an ihrer tollen Wichtel-Aktion gefreut - siehe hier & hier
Hab vielen Dank, liebe Ulrike, dass Du uns anlässlich Deines Blog-Geburtstages so eine Freude bereitet hast!!! 

Mein Buch-Freitag musste diesmal ausfallen, denn während es mir in den letzten Wochen tatsächlich gelungen ist, von Woche zu Woche ein Buch zu lesen, hat sich diesmal die Müdigkeit dazwischen gedrängelt. Ich gebe es zu, dass ich in den letzten Jahren das Lesen etwas vernachlässigt habe, obwohl es hier in unserem Zuhause an Lesestoff nicht mangelt, die Regale platzen aus allen Nähten…


Mit der herrlichen Ruhe zum Jahreswechsel erwachte die Leselust wieder. Aber unser Lesewunder wird der Herzallerliebste bleiben, der ganz sicher mehr als ein Buch pro Woche liest. Er liest bereits seit seinem 5. Lebensjahr, weil er in einem Haus im Wald ohne Strom (und somit ohne TV) aufgewachsen ist. Da lag das Lesen natürlich nahe und für ihn ist es geblieben, dass er den Büchern den Vorzug gibt.

Seit Freitag bin ich dabei, eine Karte für eine Kollegin zu werkeln, die am 30.06. ihren letzten Arbeitstag hat, bevor sie dann in Rente geht. Elke arbeitet nicht direkt bei uns im Haus, sondern in der Geschäftsstelle und ich wurde gebeten, einen Gruß für unsere Betriebsstätte vorzubereiten. Nun liege ich gut in der Zeit und alle Kollegen können nach und nach unterschreiben. 


Und dafür setze ich wieder mal einen 🦋 auf Annis Bingo - es geht langsam voran. 


Nun hat das Schreiben dieses Beitrags leider um einiges länger gedauert als gedacht, weil meine Technik inzwischen aus Altersgründen etwas schwächelt. Der Zahn der Zeit!!!

Ich wünsche Euch eine schöne Mai-Woche!
Hier ist endlich etwas Regen angekommen und man spürt, wie die Natur jubiliert. 
Das tut auch uns gut!
Herzlichst, Lene

Freitag, 16. Mai 2025

"Ich häng an Dir" - 13. Blog-Geburtstag

 Ja, der Blog von Ulrike feiert seinen 13. Geburtstag. 
Dazu auch auf diesem Weg herzlichste Glückwünsche!
Mögen Dir noch lange nicht die Ideen für Beiträge ausgehen und Du die Freude am Austausch in der Blogger"Familie" noch lange nicht verlieren. Wir würden Dich sonst seehr vermissen - kannste glauben!!!

☀️🍀🍓🎂🥂🎼🕯️🎁🧡🌸

Und aus diesem Anlass gab es die Einladung zu einer kleinen, feinen Wichtelei 
mit dem Motto "Ich häng an Dir". 


Es sollten handgemachte Schlüsselanhänger sein, die man für seinen Wichtel werkelt und es durfte auch ein bissel "Gedöns" drum herum sein, dass man dem Empfänger zukommen lässt. 
Wer hat schließlich keine Freude daran, wenn ein nettes Päckel ins Haus flattert, dessen Inhalt man nicht kennt, weil es keine selbst ausgelöste Bestellung enthält.
Ich war jedenfalls sehr gespannt und habe mich mächtig gefreut über den Inhalt:



Mein Päckchen von Ulrike (ohne Blog) enthielt ganz besondere Schätze. Angefangen von der Walfisch-Flosse als Schlüsselanhänger. Sie wusste von meiner Meer-Liebe und hat sie so perfekt aufgegriffen. Ich habe sowas noch nie gesehen. Es waren noch 2 weitere handgemachte Schätzchen dabei... ein "Foot Pedal Bed" (eine rutschfeste Unterlage für das Fußpedal der Nähmaschine - mit Meerbezug) - eine tolle Idee! Und das andere, ein "Jar Opener" musste ich erstmal recherchieren - es ein ist rutschfestes Tuch, um Gläser zu öffnen. Das ist doch wirklich sehr praktisch & willkommen! Gleich 3 so wunderbare Ideen, perfekt gemacht!
Das Herz-Döschen beherbergt Notiz-Klebezettel, die man doch immer zur Hand haben kann. Ich nutze sie sehr gern!
Und als Tüpfelchen auf dem i gab es noch einen richtigen "Gold-Schatz", der inzwischen im Kühlschrank gelandet ist. Ich bin sehr sparsam mit Schoki, aus gesundheitlichen Gründen, aber ganz ohne Schoki geht es dennoch nicht. Zumindest muss immer ein kleiner Vorrat verfügbar sein für den Fall der Fälle. Und dafür ist nun auf jeden Fall gesorgt!
Liebe Ulrike - ich danke Dir sehr für all diese Schätze, die Du so wunderbar genäht und für mich ausgewählt hast und für die lieben Worte, die Du mir auf der Karte mit dem majestätischen Silber-Reiher geschrieben hast. Es ist mir eine Freude!!!

Dies war in meinem Päckel an Ulrike:


Normalerweise stelle ich seit einigen Wochen freitags ein gelesenes Buch vor, aber in dieser Woche muss ich leider passen. Ich war einfach zu müde zum Lesen, aber dafür gab es hier und heute einen Blog-Geburtstags-Beitrag und nächste Woche dann wieder ein Buch.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!
Herzlichst, Lene

Sonntag, 11. Mai 2025

Das Highlight der Woche

 Die fast hinter uns liegende Woche wartete ja nochmals mit einem Feiertag am Donnerstag und einem Brücken-/Schließtag in der Werkstatt auf. So ein langes Wochenende gibt es viel zu selten, wie ich finde😄 
Für uns ist aus dem Freitag auch ein Feiertag geworden, denn wir haben Ernies 6. Geburtstag gefeiert.
Es begann mit dem Abholen des Geburtstagskindes und seiner Gäste aus der Kita.


Gefeiert wurde im neuen Haus, das zwar noch nicht ganz fertig ist, aber daran hat sich niemand gestört. Es war eine sehr trubelige, lustige Feier, die manchmal zugegebenerweise bei 7 temperamentvollen kleinen Menschen ziemlich laut wurde. Das gehört an einem solchen Tag dazu. 
Vom Trubel kann ich verständlicherweise keine Bilder zeigen, weil es den Eltern ganz sicher nicht recht wäre. Nur einen stillen Moment konnte ich einfangen… in dem das Geburtstagskind seinen Mähdrescher ausprobierte und seine Freundin Lisann das blaue Wohnmobil mit den vielen Aufklebern😄


Nach einer schmackhaften Runde Würstchen, Rehfilet, Käse und Mais vom Grill kamen die Eltern, um ihre Schätzchen wieder abzuholen. Danach saßen wir noch ein Weilchen beieinander und uns beiden wurde die Ehre zuteil, die erste Nacht im neuen Heim zu verbringen. Wir haben recht gut geschlafen auf den nigel-nagel-neuen Matratzen, nur die kalte Dusche war gewöhnungsbedürftig 😳 Warmes Wasser gibt es noch nicht. Zu 8 Uhr waren wir hier zum Frühstück verabredet…


Gelegenheit zum Spiel mit dem Großvater ist Ernie immer wichtig - so war es natürlich auch hier. Und es stand fest, dass diesem Mähdrescher unbedingt noch eine Landwirts-Figur mit Gummistiefeln fehlt.😄
Und schließlich war es Zeit, Abschied zu nehmen. 
Uns haben die gemeinsamen Stunden sehr viel Freude gemacht und wir kehrten mit einem guten Gefühl zurück - unterwegs gabs noch einen kleinen Stopp für ein großes Rhabarber-Joghurt-Softeis😋

Heute waren wir schon vor dem Frühstück wieder auf der Autobahn, um zu den Gräbern von Jochens Eltern zu fahren. Da es seit Wochen nicht geregnet hat, mussten die Pflanzen unbedingt gegossen werden. 
Danach erst gab es quasi Spätstück und einen Spaziergang hier in unserer unmittelbaren Umgebung, wo gerade Akazien, Rot- und Weißdorn und die Heckenrosen blühen.

Diese Rosenblüten mit ihrem fleißigen Besucher haben wir am Wegesrand bewundern dürfen und weil diese Blüten aus Blättern bestehen, gibt es auch einen weiteren 🦋 auf Annis Bingo für „Etwas mit Blättern“😄


Nun wünsche ich Euch allen eine schöne Woche!

Herzlichst, Lene


Freitag, 9. Mai 2025

Ein Buch am Freitag (6)

 Und schon wieder sind wir unterwegs, während sich hier mein nächstes Buch vorstellt. Gestern hatten wir einen einmaligen Feiertag in Berlin aus Anlass des 80. Jahrestages der Befreiung und heute ist Brückentag, was automatisch heißt, dass die Werkstatt geschlossen ist und sich ein weiteres langes Wochenende ergibt😀
Diesmal gibt der 6. Geburtstag von Ernst Tiberius - kurz „Ernie“ genannt - unserem Enkel, Anlass zu einem Ausflug an die Müritz (wo gestern auch Feiertag war), dahin wo er mit seinen Eltern zu Hause ist. 
Kinder, wie die Zeit vergeht - ist es tatsächlich schon 6 Jahre her, seit wir den „kleinen Mann“ das erste Mal im Arm hielten und das kleine Wunder bestaunen konnten😘
 Große Großelternfreude von Anbeginn!!!

Nun also zum nächsten Buch…

Apfelblütenjahre 
von Katrin Tempel
(Chefredakteurin der Zeitschrift LandIDEE)

Das sagt der Klappentext:
Der Duft von Apfelblüten und der Traum von Freiheit
Nach dem Tod ihrer Mutter kehrt Karen das erste Mal seit Jahren auf die Apfelplantage der Familie in der Pfalz zurück. Dabei werden nicht nur Erinnerungen an ihre eigene Jugend wach, sondern auch an ihre freiheitsliebende Mutter und ihre Großmutter, die am Ende des Zweiten Weltkrieges aus Ostpreußen floh und mit ein paar kleinen Apfelreisern im Gepäck die Zukunft ihrer Familie vorbestimmte. Als Karen ihren Heimatort neu entdeckt, ist sie sich plötzlich nicht mehr sicher, wo ihr eigener Platz im Leben ist - und wo sie wirklich glücklich sein kann.


Und meine Gedanken dazu:
Auch dieses Buch spielt in verschiedenen Zeitebenen, weil man Einblick sowohl in das Leben der Hauptperson Karen als auch in das ihrer Großmutter Marie und ihrer Mutter Luzie bekommen soll. 
Es beginnt in der Gegenwart, in der Karen nach 30 Jahren in New York zur Beerdigung ihrer Mutter Luzie in ihre Heimat, in einen Winzerort in der Pfalz, zurückkehrt. 
Und gleich folgt der 1. Zeitsprung zum Ende des 2. Weltkriegs, wo ihre Großmutter Marie mit ihren 3 Töchtern aus Ostpreußen fliehen muss. Noch in der Nacht vor ihrer Flucht schneidet sie Reiser von ihren herrlichen Apfelbäumen, deren Früchte so einzigartig gut schmecken. Egal wo es sie hin verschlagen wird, sie hat den Traum, wilde Apfelbäume mit ihren Reisern zu veredeln und damit ein Stück Heimat bei sich zu haben und mit den wohlschmeckenden Äpfeln eine neue Existenz aufzubauen. Es gelingt ihr mit viel Fleiß und guten Ideen, z.B. aus dem besonderen „Zuckerapfel“ gut verträglichen Baby-Brei herzustellen. 
Zeitebene Nr. 2 begleitet ihre jüngste Tochter Luzie, die als junge Frau das immer gleiche, arbeitsreiche Leben auf dem Apfelgut ihrer Mutter satt hat und die Flucht ins München der späten 60er Jahre antritt. Hier führt sie einige Monate ein abenteuerliches Leben zwischen freizügigen WG‘s und Aushilfsjobs  bis… sie spürt, dass sie nicht mehr nur für sich Verantwortung übernehmen muss. Sie kehrt zurück aufs Apfelgut und begegnet dort Matthias. Sie heiraten, werden mit ihrer Tochter Karen eine Familie und führen nach Maries Tod das Apfelgut weiter.
Zeitebene 3 ist Karens Kindheit und Jugend. Sie träumt einen ganz anderen Traum - da spielt die Tradition des Apfelgutes, dass von viel körperlicher Arbeit und immer gleichen Abläufen geprägt ist, keine Rolle. Sie schließt sich der Friedensbewegung an und protestiert in Mutlangen und sie interessiert sich für Mode. Sie sieht ihre Chance sehr weit weg - sie reist mit 17 als Touristin nach New York und kann ihren Traum, Mode aus ökologischen, nachhaltigen Stoffen tatsächlich verwirklichen.
Sie begegnet Jeff, der ein Glücksfall für sie und ihren Traum ist…
Und dann kehren wir wieder zurück in die Gegenwart und die Geschichte wird mit der Zeit der Beerdigung von Luzie weitererzählt. Es gibt auch noch Karens Vater Matthias, der an Demenz erkrankt im Pflegeheim lebt und seine Tochter nur in wenigen Momenten erkennt und auch den Tod seiner Frau nicht versteht. Karen begegnet den Freunden ihrer Jugend und sie sind es auch, die mit ihren Ideen und ihrer Begeisterung dafür sorgen, dass sie ihr Elternhaus und den Hof nicht einfach verkauft und den Apfelgarten mit den besonderen Bäumen und deren wohlschmeckenden Früchten nicht roden lässt…
Eine tolle Geschichte, in der die Autorin aus dem Tagebuch ihrer Tante, einer Kiste mit Fotos aus dem Nachlass ihres Vaters, ihren eigenen Jugenderinnerungen in der Friedensbewegung und den Erfahrungen mit dem gepachteten Apfelgarten, in dem sie alte Apfelsorten entdeckt hat, verarbeitet. All diese Puzzle-Teile haben sich zu einer Familiengeschichte zusammengefügt, die viele spannende Facetten hat und tatsächlich auch so hätte geschehen sein können. 
Mir hat dieses Buch große Freude gemacht!

Jetzt kann ich mich für das nächste entscheiden und hier werde ich davon erzählen…

Herzlichst, Lene

Sonntag, 4. Mai 2025

Kleiner Rückblick…

 …auf unser Wochenende in herrlicher Natur. Wir haben wirklich jeden einzelnen Moment genossen, ob auf Wanderungen oder entspannt mit Blick über die Butterblumenwiesen mit dem einmaligen Duft von Flieder in der Nase😘 und dem vielfältigen Unterhaltungen der Vögel und dem Ruf des Kuckus mittenmang. 
Dieses beschauliche Dörfchen ist für unser Gefühl so anders als die, die wir bisher gesehen haben, eingebettet in eine so schöne, beruhigende Natur. Hier sagen sich nicht nur Fuchs & Hase, sondern auch Waschbär & Reh😊 „Gute Nacht“. Und das ist genau richtig für das, was wir uns fürs „Abschalten“ wünschen.




die Dorfeiche mit den einladenden Bänken darunter

Fachwerkhäuschen…


…und hier waren wir zu Hause - ganz am Dorfrand

Das Kloster Dobbertin steht im Nachbarort, man kann es zu Fuß durch den Park an Bach & See entlang erreichen…





…auf dem weitläufigen Gelände wohnen in den historischen Gebäuden Menschen mit Behinderung gemeinsam in Wohngruppen wie in einem Dorf zusammen


… es gibt eine Brauhaus-Schänke…




… und eine integrative Schule, direkt bei der Kirche



… im historischen Klausur-Gang ist die ursprüngliche Kirchenfassade erhalten

Alles in allem sind wir sehr dankbar, dass wir diesen Ort für uns entdeckt haben - er hat unser Herz erobert und ist wahrlich zu einem Wohlfühlort - den Nicole im Mai sucht - geworden. 

Ich habe in diesen Tagen in der Natur erstaunlicherweise keine einzige Masche gestrickt, dabei hätte ich gedacht, eine der Lieblingsbeschäftigungen mit der Entspannung in der Natur zu verbinden. Aber jetzt, wo ich wieder zu Hause auf der Couch bin, freue ich mich um so mehr aufs Nadeln klappern lassen, mit den Bildern aus der Natur im Kopf & im ♥️ 


So schön der Wonnemonat begonnen hat, so nett geht er auch weiter…

- mit der nächsten 3-Tage-Woche, weil der 8.Mai (80. Jahrestag der Befreiung) ein einmaliger Feiertag in Berlin (und Meck-Pomm) ist
- mit dem Brückentag am 9. Mai, den wir prima für einen Geburtstagsbesuch bei Ernie nutzen können, er wird tatsächlich schon 6 Jahre!!! und im September zur Schule kommen
- mit einem privaten Treffen mit einer Kollegin im Café am See 
- mit der Teilnahme an Ulrikes 13. Blog-Geburtstag
- und nicht zuletzt mit dem 3. langen Wochenende aus Anlass von Christi Himmelfahrt, wofür wir bisher noch keine Pläne haben

Nun wünsche ich auch Euch eine schöne Maienzeit!!!
Herzlichst, Lene

Freitag, 2. Mai 2025

Ein Buch am Freitag (5)

 Während sich hier gleich das nächste Buch vorstellt, sind wir gerade noch einmal auf Landpartie. Hier ein paar Bilder von unserer „Bleibe“ und der unmittelbaren Umgebung. Es ist ein kleines Paradies!
Wir genießen weiter und erzählen später mehr - hier soll es ja eigentlich erst einmal um‘s Freitags-Buch gehen…







Natürlich ist hier auch wieder ein Buch mit dabei, meine kleine Serie soll schließlich weiter gehen. 

Hier geht es heute erst einmal um:

„Als Großmutter im Regen tanzte“
von Trude Teige

Das sagt der Klappentext:
Eine starke Frau in dunklen Zeiten. 
Und eine junge Frau, die zurückschauen muss, um nach vorn blicken zu können.
Als Juni ins Haus ihrer verstorbenen Großeltern auf der kleinen norwegischen Insel zurückkehrt, entdeckt sie ein Foto: Es zeigt ihre Großmutter Tekla als junge Frau mit einem deutschen Soldaten. Wer ist der unbekannte Mann? Juni kann niemanden mehr fragen. Die Suche nach der Wahrheit führt sie nach Berlin und in die kleine Stadt Demmin im Osten Deutschlands, die nach der Kapitulation von der russischen Armee überrannt wurde. Juni begreift, dass es um viel mehr geht als um eine verheimlichte Liebe. Und dass ihre Entdeckungen Konsequenzen haben für ihr eigenes Glück.


Und das sind meine Gedanken:
Zunächst war ich etwas irritiert… Dieses Buch ist in 2 verschiedenen Zeitebenen geschrieben, aber während man es in anderen Büchern an entsprechenden Kapitel-Überschriften erkennen kann, sind es hier lediglich die beiden verschiedenen Schriftarten. Das hat aber der eindrücklichen Geschichte keinen Abbruch getan. 
Es geht hier um die 3 weiblichen Mitglieder der Familie: Tekla, Junis Großmutter, die sich im 2. Weltkrieg in den deutschen Soldaten Otto verliebt und nicht nur „Deutschen-Liebchen“ genannt wird, sondern mit ihm ihr Heimatland Norwegen verlassen muss und gleichzeitig ihre norwegische Staatsbürgerschaft verliert. Sie erhofft sich ein ruhiges, freundliches Leben mit Otto im Schoße seiner Familie in der vorpommerschen Stadt Demmin. Allerdings kommt es ganz anders und Tekla erlebt Traumatisches…
Ihre Tochter Lilla leidet zeitlebens sehr daran, dass sie nichts über ihren Vater erfährt, denn Tekla schweigt beharrlich und auch Juni sucht intensiv nach Antworten… 
Auf der Insel ihrer Großeltern finden sich zwei Nachbarn, die sie bei ihrer Suche intensiv unterstützen und zu einem von ihnen entwickelt sich noch mehr…
Ich gebe zu, dass mich einige Passagen, die Tekla erleben muss, ziemlich mitgenommen haben, aber man wird angesteckt von ihrer Zuversicht!

Herzlichst, Lene