Donnerstag, 20. September 2012

Im sonnigen Thüringen...

… waren wir für 2 herrliche, erlebnisreiche Tage zu Gast bei unserem Sohn Florian, der in Weimar Urbanistik studiert. Gleichzeitig durften wir die wohl persönlichste Reiseleitung genießen, die man sich vorstellen kann.
Zuerst führte uns der Weg zu einem der bekanntesten Wahrzeichen Thüringens: auf die WARTBURG hoch über der Stadt Eisenach. 

Diese Burg wurde erstmals um das Jahr 1080 als Wach- oder Wächterburg erwähnt. In der Folgezeit wurde sie immer weiter ausgebaut. Im Jahr 1203 hat der Dichter Wolfram von Eschenbach auf der Burg gelebt. Eigentliche Bewohner waren allerdings die „Ludowinger“, die über viele Jahre weite Teile Hessens und Thüringens regierten. Eine der bekanntesten Bewohnerinnen der Wartburg war „Elisabeth von Thüringen“, eine ungarische Königstochter, die schon mit 4 Jahren (im Jahr 1211) zur Erziehung auf die Burg kam und als 13-Jährige mit einem der Söhne des Landgrafenpaares Hermann und Sophie vermählt wurde. Sie war eine sehr gute Landgräfin und öffnete ihre Vorratskammern für die Armen und gründete ein Hospital, dass sie großzügig unterstützte. Sie war sehr fromm und lebte selbst asketisch. Nach dem Tod ihres Mannes, der 1227 bei einem Kreuzzug getötet wurde, vertrieb man Elisabeth mit ihren 3 Kindern von der Burg. Sie fand zunächst in Eisenach in ärmlichsten Ver- hältnissen Unterschlupf. Schließlich gründete sie in Marburg ein Hospital und Siechenhaus. Elisabeth verstarb bereits mit 24 Jahren im Jahr 1231 und wurde 4 Jahre später heilig gesprochen.
Erst im Jahr 1521 machte die Wartburg durch den Reformator Martin Luther wieder auf sich auf- merksam. Kurfürst Friedrich der Weise bot ihm Schutz an, nachdem Luther den Widerruf seiner Thesen verweigerte und in päpstliche Ächtung und unter kaiserlichen Bann geraten war. 10 Monate hat er auf der Wartburg gelebt und in dieser kurzen Zeit das neue Testament ins Deutsche übersetzt, damit jedermann es nun lesen konnte.
Zwischen den Jahren 1777 – 1815 besuchte Johann Wolfgang von Goethe die Wartburg und hat sie auch gezeichnet.
Mit dem Beginn der Renovierungsarbeiten ab dem Jahr 1838 erhielt die Burg ihr heutiges Aussehen.
Aber ich möchte hier ja keine Geschichts-Stunde abhalten. Allerdings muss ich ehrlich zugeben, dass ich  bisher ausschließlich Martin Luther mit der Wartburg verbunden hatte, der dort einst Zuflucht fand und mir überhaupt keine Gedanken über die eigentlichen Bewohner der Wartburg gemacht habe. Und nun finde ich die Geschichte der „heiligen Elisabeth“ so spannend, dass ich ganz sicher hier weiterlesen werde.
Nun will ich Euch aber gern mitnehmen auf die Burg, wie wir sie bei unserem Besuch gesehen haben. Es war herrlichstes Wetter, sowohl für den Aufstieg als auch für den Blick übers weite Thüringer Land:

 Beim Aufstieg
(im Hintergrund das Burghotel)


vor dem Burgtor


erster Blick übers Land


der Wehrgang


des Wächters Blick übers Land


lauschiges Eckchen


der Burghof


mit dem mächtigen Pallas (rechts)


und dem Ritterbad


 Blick vom Turm über das Dach der Schänke hinweg


das Turmverließ - oh weh, lieber...


 verlassen wir die Burg durchs offene Tor


Soviel zur beeindruckenden Wartburg und dem Abstecher in die Zeit der Heiligen Elisabeth. Unsere kleine Thüringen-Reise geht aber noch ein wenig weiter - vielleicht schon morgen...

Ich wünsche Euch allen einen möglichst sonnigen September-Tag

&

sende ganz herzliche Grüße von Lene

Montag, 10. September 2012

Endlich ist er da...

... der lang herbei gesehnte URLAUB!!! Die Wecker dürfen erst am 1. Oktober wieder "Piep" sagen. Wir lassen es gaaanz ruhig angehen - für einige Tage wollen wir Florian in Weimar besuchen - ansonsten einfach mal die Seele baumeln lassen, viiiel lesen, gemeinsam kochen, hier und da Neues entdecken und jeden sommerlichen Moment genießen.

In diesem Sinne wünsche ich auch Euch herrliche Spätsommertage!
Seid herzlichst gegrüßt von Lene

Sonntag, 2. September 2012

Ritter & Froschkönig

Nach dem familiären Programm bei meinen Eltern haben wir die Reise ans andere Ende der Stadt gleich genutzt. Wir waren bei "Kramer, Zunft & Kurtzweyl" auf der Domäne Dahlem. Irgendwie ziehen uns die Mittelaltermärkte immer wieder magisch an. Ich bin ganz ehrlich, ich möchte in dieser Zeit nicht wirklich selbst gelebt haben, dazu sind mir gewisse "moderne" Annehmlichkeiten doch zu lieb. Aber die Atmosphäre, die Kleider"ordnung" und die Sprache (die bei der Gelegenheit von allen Akteuren, auch den Händlern, praktiziert wird) gefallen uns einfach. Kein Vergleich mit neuzeitlichen Rummelplätzen, denen wir so gar nichts abgewinnen können. Abgesehen vielleicht von dem einen oder anderen nostalgischen Weihnachtsmarkt.
Im Gegensatz zu den letzten Märkten bei der Domäne war der Platz diesmal beengter, was besonders am Turnierplatz (zwischen Gewächshaus und Scheune) auffiel.
Die Rittersleut beim Turniere




Sowohl die Ritter als auch die Zuschauer mussten sich doch ziemlich einschränken, was gerade Eltern mit kleineren Kindern bedauert haben
Andererseits ist die Domäne noch immer ein funktionierender Gutshof und ich hatte den Eindruck, dass wieder mehr Flächen bewirtschaftet werden. So findet am letzten Septemberwochenende sogar ein Kartoffel-Erntefest statt, an dem Familien und "andere Menschen" :-) zur gemeinsamen Ernte eingeladen sind.
Gestern hat sich, keine 50 Meter vom Kampf-Spektakel der Ritter entfernt, auf der Weide eine Kuh zum Kalben hingelegt. Und während ein Teil des Publikums die Ritter verfolgte, beobachtete der andere Teil das Naturschauspiel. Leider schien es (mir) irgendwann so, als würde die "werdende Mutter" es leider doch nicht ganz allein schaffen. Die Pflegerinnen telefonierten, vielleicht mit dem Tierarzt, und trennten sie dann mit einem mobilen Zaun von ihren inzwischen recht neugierigen Artgenossen. Ich hoffe, es ist alles gut gegangen und das Kälbchen springt längst ebenso munter herum wie die anderen.


Nachdem wir inmitten des Marktgetümmels...

... mit Alchimst


 ... Losverkäuferin


 ... dem skurrilen Jongleur, dem es wirklich gelingt, sein Publikum zu fesseln...


 ... wie hier - wo er uns ganz schön ge"linkt" hat. Na, wo ist der Ball?


 Der Marktvoigt und der Büttel bei einer kleinen Stärkung...


 ... und der etwas müde Bäcker.


 und hier wird gefachsimpelt.

 
... noch Holzofen-Brot gekauft, einen zünftigen Ritterspieß mit Kraut und Schwarzbier bei Musik von "Varius Coloribus"...



... genossen haben, sind wir mit Bus und Tram heimgekehrt.
Ach nein, beinahe hätte ich es vergessen... ich bin doch tatsächlich dem Froschkönig begegnet und weil ich mich sofort in ihn verliebt hab, musste er ganz einfach mit uns kommen





Und nach unserer Rückkehr aus vergangenen Zeiten möchte ich natürlich auch nicht vergessen, meine neue Leserin Diana herzlich zu begrüßen. Ich freu mich sehr!!!

Eine Woche mit ordentlichem Pensum in der Werkstatt liegt vor mir, von der üblichen Monatsabrechnung über den Tag der offenen Tür bis hin zur Standbetreuung auf dem Sozialtag am kommenden Samstag. Aber dann... winken mir eeeendlich 3 Wochen Urlaub!!! In Kürze mehr darüber - für heute

Seid herzlichst gegrüßt von Marlene

Sonntag, 12. August 2012

Einfach Sommer

In den letzten Wochen hatte ich beruflich wieder einiges zu tun, aber es gab gleichzeitig viele Gelegenheiten, das herrliche Sommerwetter zu genießen. Wir sind dazu übergegangen, die noch relativ langen, hellen Abende für Spaziergänge in der näheren Umgebung zu nutzen. Wir müssen gar nicht weit gehen und finden uns doch schon auf Apfelbaum-gesäumten Feldwegen wieder. Die erste Ernte haben wir bereits eingebracht und daraus ist leckeres Apfelmus bzw. Apfelkonfitüre geworden. Es wird aber auf jeden Fall weitergehen, denn es scheint ein Apfeljahr zu sein - die Zweige biegen sich unter ihrer fruchtigen Last. Davon gibts allerdings keine Bilder, nur die 2 Impressionen vom Wegesrand...


An einem Sonntagnachmittag haben wir ganz spontan das Dörfchen besucht, in dem ich aufgewachsen bin. Leider fiel der geplante Spaziergang regelrecht ins Wasser, da wir völlig unbeschirmt losgezogen sind. Aber bis zur Kastanien-Allee (meinem damaligen Schulweg) sind wir gekommen. Damals war es ein von Traktoren vielbefahrener Wirtschaftsweg, den sich die Natur inzwischen offensichtlich zurück erobert hat. Denn meine damalige Grundschule gibt es nicht mehr - sie bestand aus 3 ziemlich baufälligen Baracken - schon in den 70ern recht abenteuerlich.


 
Das Haus, in dem wir damals wohnten, hat sich ziemlich verändert - wenn mich nicht alles täuscht, gehört es heute Architekten, die manches nach ihren Vorstellungen modernisiert haben. Aber den Zaun von damals gibt es offensichtlich noch - in dem Sommer als wir dort einzogen, hab ich ihn rot-gelb gestrichen und dabei meine Freundin Bille kennengelernt, die mit ihrer Mutter auf der anderen Seite des Hauses wohnte. In diesem August 1977 hat mein Vater auch die Kiefer in unserem Vorgarten gepflanzt, die das Haus inzwischen überragt. Ich hab mich sehr gefreut, dass sie den Bauarbeiten nicht weichen musste.


Am allerschönsten sind aber die Ausflüge in die geliebte Uckermark - neulich haben wir unseren (seit 14 Jahren) treuen fahrbaren Untersatz zur Reparatur dorthin gebracht. Wir wissen ihn dort in besonders guten Händen und gleichzeitig ist es eben immer eine Reise wert.
In dieser Gegend ist die Zeit in verschiedener Hinsicht irgendwann stehengeblieben, dass gilt zum Glück vor allem für die wunderschöne, nahezu unberührte Natur, aber eben auch in Hinsicht auf die Erschließung des öffentlichen Nahverkehrs. So gilt es, ein gutes Stück des Weges immer zu Fuß zurückzulegen. Das stellt jedoch keineswegs eine Zumutung, sondern ein Vergnügen dar. Aber seht doch selbst...

zunächst führt uns der Weg am malerischen "Malerwinkel" am Oberpfuhlsee in Lychen vorbei, an und auf dem sich nicht nur die Enten und Schwäne wohlfühlen








... ein Stück weiter auf der anderen Seite der Hauptstraße kann man den Nesselpfuhl erkennen. Lychen ist quasi umgeben von 6 Seen - eigentlich ist es fast eine Insel. Bei Interesse schaut doch einfach mal hier


 Hier verlassen wir die seenreiche Stadt und sind ganz schnell in "einer anderen Welt" - dieses Kälbchen stellte sich fürs Bild wie ein Profi-Model







 Diese stattliche Pappel ist uralt. Man kann fragen, wen man will, selbst die ältesten Dorfbewohner kennen sie nur so riesengroß - wahrscheinlich ist sie mindestens so alt wie dieses buckelige Straßenpflaster, welches noch jeden Asphaltüberzug überlebt hat.


Und mit dieser kleinen Schönheit vom Wegesrand möchte ich mich für heute von Euch verabschieden




Seid herzlichst gegrüßt von Marlene

Montag, 23. Juli 2012

Ich wollte...

... mich doch endlich mal wieder melden. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber mir rinnt die Zeit immer viel zu leicht durch die Finger. So ein Vollzeitjob plus 2 Stunden Fahrzeit täglich schlaucht doch schon ziemlich und je nach meiner Tagesform bleibt danach nicht viel Energie übrig. Leider! Aber manchmal schaff ich doch noch was. So hab ich mir schon vor Monaten bei Jana die tolle Filzanleitung für einen Bucheinband bestellt - es sollte ein Geschenk zum 60. Geburtstag meiner Schwester werden. Ein Monat nach dem anderen verging und ich hatte fast sowas wie Lampenfieber - wag ich's oder lass ich's bleiben und besorge einfach was anderes, von Anderen Gemachtes. Meine Schwester liebt eigentlich schön Handgemachtes. Und ich war mir eben gar nicht sicher, ob ich es überhaupt "schön" hinbekomme. So hab ich's geschoben, geschoben und geschoben. Gestern war ihr Geburtstag und ich bin natürlich nicht mit leeren Händen hingegangen. Stattdessen habe ich mir am Freitag, den 13ten!!! freigenommen und mutig losgelegt. Am Sonntagnachmittag um 5 lag es dann tatsächlich so vor mir


Vorderseite

Rückseite

Innenansicht

Ihr könnt Euch nicht vorstellen wie glücklich ich war (und bin), dass es wirklich geglückt ist und ein bißchen stolz bin ich auch. Ich bin eine Gern-Schenkerin und wenn es dann solche Teilchen sind, die einem selbst das Herz aufgehen lassen... Ich hab mich sogar noch ein wenig ans Sticken gewagt und mit einem Geschenkband Marke Eigenbau (gefaltetes Seidenpapier mit Kam-Snap-Verschluss) "verpackt". Und so hab ich gestern dem Geburtstagskind eine große Freude gemacht. 
  Vorderseite
 - die kleine Spitze rechts oben ist die mit-verpackte Kerze

 Rückseite



- leider hab ich es versäumt, Fotos ohne die "Banderole" zu machen, jetzt fehlt ein bißchen das Gesamtbild - das trübt aber die Freude über das Gelingen nicht

Und weil man mit 60 Jahren auch schon mal einem "geistigen Getränk" zusprechen darf, gab's noch dieses Fläschchen mit dazu...


...und wenn jetzt der Sommer wieder Einzug hält und 4 Wochen Urlaub!!! für die Schwester bevorstehen, lässt sich sicher das eine oder andere Abendstündchen versüßen.

Ansonsten klappern so oft es geht die Nadeln. Ein paar Socken um's andere entsteht, für kleine, für zierliche, für große Füße. Ich hab mich für einen Stand auf einem weihnachtlichen Lichtermarkt angemeldet. Noch weiß ich zwar nicht, ob es klappt, aber ich muss ja vorbereitet sein. Also es tut sich durchaus was bei mir und wenn ich könnte, wie ich wollen würde... dann täte sich auch hier viel mehr tun. Gern und oft besuche ich auch Eure Blogs und möchte Euch auf diesem Wege danken für all die schönen Urlaubsbilder und -erlebnisse, Anregungen, Ideen, Rezepte. Ich möchte diese Rundreisen wirklich nicht mehr missen, gleichzeitig wollte ich mich entschuldigen, dass ich Euch viel zu selten schreibe. Man müsste die Stunden einfach dehnen können, natürlich nur die Freizeit. So wünsche ich Euch allen, dass die herrlichen Sommertage und -stunden gaaaaaaanz lange anhalten und Ihr sie in Eurem Sinne intensiv nutzen und genießen könnt. Ich bin mir sicher, das wird Euch gelingen. Und mir auch - bis bald

Seid herzlichst gegrüßt von Marlene