Gestern war ich mit Chrissi in Potsdam verabredet. Sie hat ihren Mann zu einem beruflichen Termin dorthin begleitet und wie auch bei den Staatsbesuchen gibt es zwischendurch ein "Damen-Programm". Und so hat sich die Gelegenheit ergeben, dass wir uns nach knapp 3 Jahren per Brief persönlich kennenlernen konnten.
Der Tag begann allerdings mit richtig heftigem Landregen - eigentlich kein so einladendes Wetter für eine Stadterkundung. Leider hab ich zu allem Überfluss auch noch die Kamera zu Hause liegen lassen. Deshalb kann ich auch nur einige Schnappschüsse beisteuern. Aber Chrissi hat alles im Bild festgehalten. Und das Wetter hatte auch ein Einsehen mit uns - es wurde von Stunde zu Stunde sonniger.
Der nächste Programmpunkt war das Krongut Bornstedt. Es gehört zum Ensemble der berühmten Schlösser und Gärten Postdams. Erste Erwähnung fand "Bornstede" in einer Urkunde von 1304. Das Rittergut wurde dann um 133o durch die sächsische Familie von der Gröben errichtet. Nach der Notzeit im 30-jährigen Krieg wurde das Gut an den großen Kurfürsten verkauft. Es entstehen die Brauerei und Brennerei auf dem Gelände. 1846 fällt das gesamte Gut (bis auf einen Teil des Herrenhauses) einem Brand zum Opfer. In den folgenden Jahren wird es im italienischen Landhausstiel wieder aufgebaut und das Kronprinzenpaar Friedrich Wilhelm (1831–1888) und seine englische Gemahlin Victoria (1840–1901) übernehmen und bewirtschaften das Gut als "Naturalbesitz und zum Nießbrauch" und machen es zu einem Mustergut. Hauptsächlich Milchwirtschaft und Hühnerzucht.
1901 zieht Prinzessin Feodora (1847-1910), jüngste Schwester der Kaiserin Auguste-Victoria (1858-1921) in das Krongut ein. Es entsteht ein Künstlerhof mit Schriftstellern, literarischen Zirkeln und Malern. Nach ihrem Tode bleibt das Gut zunächst unbewohnt.
1927 wird das Gutshaus zu einem 4-Familien-Haus umgebaut. Letzter Eigentümer ist 1950 der Kronprinz Wilhelm von Preußen. Kurze Zeit später wird der Besitz enteignet und der Reiz der Anlage durch zahlreiche Umbauten zerstört.
Im Jahr 1999 beginnt die Restaurierung und Sanierung des Krongutes. Eingeweiht wird die Anlage am 1. Juni 2002, dem Jahr der Romantik.
Übrigens, vom 22.11. - 28.12. findet dort der traditionelle "romantische Weihnachtsmarkt" statt. Also wer Lust hat - er ist sicher eine Reise wert!
Und vom Krongut aus fanden wir uns auf "verschlungenen" Wegen plötzlich an der Orangerie der Parkanlage Sanssouci wieder.
Anschließend sind wir durchs holländische Viertel geschlendert. Es liegt im Herzen Potsdams und wurde (1733-1740) auf ehemaligen Sumpfgebiet unter Leitung des holländischen Baumeisters Johann Boumann errichtet. Diese roten Klinkerhäuser strahlen viel Wärme aus und die Mischung von kleinen Läden, Galerien, Werkstätten, Kneipen, Restaurants und Cafés geben dem Holländischen Viertel ein Flair, das es bei Einwohnern und Touristen gleichermaßen beliebt macht. Leider hab ich davon kein Bild zu bieten. Aber vielleicht Chrissi - auf jeden Fall aber google. Also, in diesem Teil der Stadt könnte man sicher tagelang verweilen, um all die "lauschigen Lokalitäten" richtig zu genießen.
Im Neuen Garten haben wir diese "himmlische Ruhe" mitten in der Stadt genossen. Beim Schloss Cecilienhof, der Gedenkstätte zum Postdamer Abkommen, war verständlicherweise wieder mehr Touristenauflauf.
Ansonsten "verliefen" sich die Besucher allerdings auf dem großen Parkgelände zwischen Jungfern- und Heiligensee. Das Marmorpalais ist vollständig verhüllt und wird derzeit restauriert.
Sie wurde in den Jahren 1791/92 zum Frischhalten der Lebensmittel errichtet. Das Eis dafür wurde im Winter dem Heiligensee entnommen. Kaiser Friedrich Wilhelm II gehörte der Freimaurer-Loge an und deren Bedeutungsinhalte spiegeln sich in dem Stil einiger Gebäude wieder.
Noch kurz einen Blick hinüber zu den Villen der Schönen und Reichen wie Jauch, Joop etc.
Auch Euch wünsche ich einen schönen Sonntag, wie immer Ihr ihn Euch gestaltet!!!
