Montag, 13. August 2007

Sonntagsspaziergang in der Stadt

Gestern führte uns der Spaziergang statt in beschaulich-idyllische Refugien der Großstadt (die wir bevorzugen) ausnahmsweise mal mitten in den Szene-Bezirk Prenzlauer Berg. Wir waren auf dem Weg zu Florians Wohnung, um seine Pflänzchen zu gießen.













Zunächst begegnete uns ein kleines Stück historisches Berlin




Hochwasser-Gefahr im 4. Stock?






Das angenehme mit dem Nützlichen verbinden im Wasch-Café im Vorderhaus


und ein typischer Berliner Hinterhof passend zum Zille-Zitat "Jeh wech von de
Blume, kannst an de Mülltonne spieln"


Hier braut sich was zusammen, ganz ohne Reinheitsgebot -
die berühmte Kulturbrauerei lädt ein zu vielen Konzerten und Ausstellungen.


Omas Sessel kommen zu neuen Ehren












Ein Gruß vom Tele"Spargel"

Und die folgenden Bilder gehören zu diesem inzwischen sehr jungen quirligen, studentischen Stadtbezirk einfach dazu: ehemaliger Mauerstreifen und Gedenkstätte für die Opfer












Sonntag, 12. August 2007

Ausflug in die Vergangenheit

Gestern haben wir den Besuch auf dem Friedhof zum Anlass genommen, nochmal an den Ort von Jochens Kindheit zurückzukehren. Leider hat es ausgerechnet in diesem Moment wie aus Gießkannen geregnet. Da wir aber zufällig 2 große Schirme im Auto hatten, sind wir weiter den Spuren gefolgt. Für die Füße war es beinahe eine Kneippkur - Wassertreten im Grünen.

Jochens Geburtshaus ist inzwischen leider dem Verfall preisgegeben. Es müsste schon einen großen Liebhaber finden, der auf die Vorzüge eines Stromanschlusses verzichten kann, das Wasser aus dem eigenen Brunnen fördert und obendrein die finanziellen Forderungen einer Erbengemeinschaft (aus weiter Ferne) befriedigt. Und natürlich benötigt das Haus jemanden, der es nach allen Regeln der (Bau)Kunst aus seinem Dornröschenschlaf weckt.






Das ist die Zufahrt zum Haus - wie gesagt mitten im Wald gelegen.




Dies ist der Blick vom Weg aus - man erkennt noch die Sprossenfenster der sogenannten "Fensterstube" und in der Mitte die große Kiefer, die zufällig genau zur Zeit von Jochens Geburt im damaligen Steingarten seiner Mutter Fuß gefasst hat.


Hier ist noch besser zu erkennen, wie sie sich inzwischen mit ihrer stattlichen Größe fast an das Haus schmiegt.









Die Gartenpforte hat offensichtlich lange niemanden mehr eintreten sehen - Schade!




Wie von vorn so auch von hinten hüllen Büsche und Bäume das Häuschen mehr und mehr ein, so dass es zu einem "versunkenen Schatz" wird.

Wohin das Auge reicht war das Spielparadies von 3 "kleinen" Naturburschen - da gab es Kletterbäume ohne Ende und keine Straße, die beim Ballspiel gefährlich werden konnte. Hier hatte auch irgendwo sein Vater die Tomatenpflanzen. Diese waren als Schutz vor nächtlichen (tierischen) Besuchern mit einer "Alarmanlage" versehen - ein Blech und einem Stein, die über eine Schnur mit dem Schlafzimmer der Eltern verbunden waren und durch entsprechendes Ziehen ausgelöst wurde. Einmal ist auch der Förster völlig unerwartet in einen solchen nächtlichen "Hör-Genuss" gekommen.

Das war ein Teil der Wegkreuzung vorm Haus, hier gab es statt Verkehrslärm eher Wildwechsel.











Seit gestern ist Berlin in Wolken gehüllt und es fällt nass vom Himmel. Für die Pflanzen nach der heißen, trockenen Woche ganz sicher ideal, aber um sich rauszusetzen nicht unbedingt. Deshalb kam mir die Idee mit dem Ausflug in die Vergangenheit.

Samstag, 11. August 2007

Eine Woche...

...ist schon wieder vergangen seit meinem letzten Eintrag. Eh man sich versieht...
Es begann mit einer Überraschung am Montag Morgen, als wir von/mit einer Pfütze in der Küche begrüßt wurden. Die Installation an der Spüle hatte irgendwo ein Leck. Und da blieb Jochen nichts anderes übrig als sich an die Liedzeile von Reinhard Mey - "...ich bin Klempner von Beruf, ein Dreifach-Hoch dem, der dieses Handwerk schuf..." zu halten und den Schaden zu beheben. Aber das Ergebnis dieser Reparatur war eine noch größere Überraschung!!! Unsere Spülmaschine, die wir seit unserem Einzug für defekt hielten und die seitdem nur einfach die Lücke in der Küchenzeile füllte, funktioniert plötzlich auch wieder. Wir sind schlichtweg begeistert und ich kann Jochens bisherige Entschuldigung - "ich bin kein Klempner" - nicht mehr gelten lassen.

Ansonsten hielt die Woche viel Arbeit für mich bereit, da ich für den gesamten August die Aufgaben meiner Kollegin in der Hauptwerkstatt mit übernehmen "darf". Nun ist der Monatsabschluss aber erstmal fertig und ich kann wieder Luft holen.

In der Nacht von Donnerstag zu Freitag hat sich Florian, nachdem er all seine Klausuren dieses Semesters geschrieben hat, auf den Weg nach
Schweden gemacht. Sein Plan ist, 1 Woche auf dem Vasaloppsleden
(einem historischen Wanderweg in Dalarna) unterwegs zu sein. Erfahrungen in dieser Richtung hat er schon - vor 4 Jahren hat er bereits den Kungsleden bewandert. Er genießt es sehr, auch mal ganz für sich allein zu sein. Um so mehr kann er dann im Anschluss das quirlige Studentenleben und den Job beim Globetrotter genießen. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, ihn trotz der späten Stunde zum neuen Hauptbahnhof zu begleiten. Er hatte einen Platz im Liegewagen und als wir in das entsprechende Fenster schauten, saß da eine Dame, die hätte die Zwillingsschwester von Astrid Lindgren sein können. Wenn das nicht die ideale Reisebegleitung ist?! Inzwischen wissen wir, dass er gut gelandet ist und freuen uns auf seine Heimkehr am kommenden Donnerstag.

Sonntag, 5. August 2007

Sonntag - Besinnung - Garten

Zunächst wollten wir nochmals lieben Dank sagen für all Eure herzlichen, anteilnehmenden Worte, die uns in dieser Woche und ganz sicher auch weiterhin im Herzen begleiten werden.
Jochens Vater hat am Freitag neben seinen Eltern und Geschwistern seine Ruhe gefunden. Wir sind uns sicher, dass er auf eine ganz besondere Weise anwesend war. Er hat erleben dürfen, wie nicht nur der Familienkreis Abschied von ihm genommen hat, sondern auch eine große Zahl von Freunden aus seinem Heimatdorf. Er war dort von seinem 5. bis 50. Lebensjahr zu Hause und hat offensichtlich viele bleibende Spuren hinterlassen. So ist er auch über mehr als 35 Jahre Abwesenheit noch in so lebhafter, angenehmer Erinnerung geblieben. Das war für uns eine ganz besonders schöne Erfahrung. Wir haben nach der Beisetzung bei Kaffee und Kuchen in großer Runde noch lange beisammen gesessen, quasi im Schutz des Lindenbaumes, den er vor vielen, vielen Jahren gepflanzt hat. Für Jochen und mich wird die Verbindung zu diesem Dorf und seinen freundlichen Bewohnern nun wieder enger werden, weil wir die Pflege des Familiengrabes übernommen haben. Jochen selbst verbindet ohnehin ein unsichtbares Band mit diesem Ort, weil auch er eine wunderschöne Kindheit dort verbracht hat. So schließt sich in gewisser Weise wieder ein Kreis! Alles in allem sind wir sehr dankbar dafür, dass sich alles so gefügt hat und wir "dem Großvater" eine Heimreise in Harmonie und Freundlichkeit ermöglichen konnten. Das waren Dinge, die ihm zeitlebens am Herzen lagen.
Das Foto ist Teil eines Zeitungsartikels, der vor einigen Jahren über ihn erschien. Es zeigt ihn in seinem Atelier bei der Arbeit an einem Heide-Motiv.

Den heutigen herrlich sonnigen Sonntag haben wir im Garten begonnen und die Ruhe total genossen. Wir haben gelesen, Kaffee getrunken und ein wenig "gepusselt" zwischen den Pflanzen. Dabei sind wieder einiger Bilder entstanden:
Der Hibiskus fühlt sich inzwischen scheinbar doch recht wohl bei uns, denn er blüht nach 2 Jahren zum ersten Mal

Das Geißblatt hat uns mit der 2. Blüte dieses Sommers überrascht

Wenn mich nicht alles täuscht, ist dies eine Trichterwinde - sie hat innige Freundschaft mit dem Lavendel geschlossen


Und unsere beiden unbekannten Rosen-Schönheiten erfreuen uns wieder mit ihren herrlich duftenden Blüten

Dies sind 2 Neuankömmlinge - die Clematis "John Huxtable" und zum Schutz ihrer Wurzeln vor Sonneneinstrahlung hat sich davor eine "Hebe" gesetzt. Dieser Name ist mir bisher noch nie begegnet, aber mir gefiel dieses Pflänzchen mit seinen zierlichen, frischen Blättern und den vielen winzigen Knospen.

Sonntag, 29. Juli 2007

Eintrag vom 29.07.07

Lieben Dank für Eure mitfühlenden Worte - sie haben uns sehr gut getan.
Heute morgen - an Jochens 49. Geburtstag - ist sein Vater von seinem Leiden erlöst worden. Wir haben gemeinsam alles Nötige in die Wege geleitet und hoffen, dass es ihm ermöglicht wird, seine letzte Ruhe neben seinen Großeltern, Eltern und Geschwistern in seiner früheren Heimat- gemeinde zu finden. Er konnte seine diesbezüglichen Wünsche leider nicht mehr äußern, aber wir denken, dass wir damit in seinem Sinne handeln.

Freitag, 27. Juli 2007

Die rettende Insel ...

... "Wochenende" ist endlich erreicht. Meine (Arbeits-)Woche hatte es ziemlich in sich - von einem gerissenen Seilzug im Fahrstuhl über verstopfte Toiletten bis hin zu leidigen Diskussionen mit der Urlaubsvertretung der Putzfrau war alles dabei. Heute hab ich dann noch erfahren, dass ich in den nächsten Wochen ein doppeltes Pensum absolvieren darf. Meine Kollegin im Hauptstandort ist leider krank geworden, wofür sie selbstverständlich nichts kann. Aber dennoch...
Am Mittwoch erreichte uns die Nachricht, dass sich der gesundheitliche Zustand von Jochens Vater dramatisch verschlechtert hat. Das beschäftigt uns schon sehr - gerade auch weil wir nicht jederzeit vor Ort sein können. Mein Schwiegervater leidet seit einigen Jahren an der Alzheimer-Krankheit. Nun sind akute organische Probleme hinzu gekommen. Es war und ist für ihn ein großes Glück, dass er trotz allem nach wie vor in häuslicher Umgebung gepflegt werden konnte. Dennoch kann man ihm nur baldige Erlösung wünschen.
Diesen Weg ist er sicher unzählige Male mit seinem Skizzenblock auf Motivsuche für seine herrlichen Landschaftsimpressionen entlang geradelt. Es würde ihn freuen, wenn er bewusst miterleben könnte, dass jetzt auch sein Sohn so schöne Bilder malt. Wie hätten sie sich austauschen und Jochen noch vieles von ihm lernen können. Durch diese heimtückische Erkrankung war es leider nicht möglich.

Donnerstag, 19. Juli 2007

Wenn Ihr wollt,...

... nehme ich Euch heute mal wieder mit auf einen Spaziergang durch ein historisches Stück Berlin in unserer unmittelbaren Umgebung. Es handelt sich um den Ortsteil Alt-Marienfelde (erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1344).
Ich wünsche Euch viel Freude und entspannte Momente bei unserem Streifzug: zunächst führt uns der Weg über die alte Dorfaue mit dem Teich

zu einem der frühesten Bauwerke in der Mark Brandenburg und gleichzeitig der ältesten Kirche Berlins - erbaut um das Jahr 1200. Ist sie nicht ein Fels in der großstädtischen Brandung?

Nachdem wir hier einen Moment verweilt haben, führt uns die gut erhaltene Dorfstraße vorbei sowohl an noblen Villen als auch windschiefen "Bauernkaten"


bis hin zur ehemaligen Schmiede des Dorfes (Vorderfront)

und Rückseite - von der großen Wiese aus gesehen.

Hier finden wir uns am Rande des Gutsparkes wieder mit seinen lauschigen Gängen unter altehrwürdigen Bäumen


und den weitläufigen Wiesen, die sich im Frühjahr wie ein Meer von (Krokus-)Blüten präsentieren und im Sommer gern zum Sonnen, Picknicken oder einfach nur Dösen einladen.

Vom wildromantischen Teil des Parks führt uns der Weg nun...


... direkt am eigentlichen Gutshof (im 19. Jahrhundert entstandenes Mustergut - heute steht es der Freien Universität zur Verfügung) vorbei und an diesem wunderschönen Idyll bei den ehemaligen Stallungen dürfen wir einfach nicht achtlos vorüber gehen.

Ich denke, es wird langsam Zeit, den Rückweg anzutreten. Dabei können wir nochmal die imposante Vorderfront bzw. die Einfahrt des Gutshofes betrachten und die eine oder andere "Villa",

...aber nicht nur das. Denn was wäre ein Dorf ohne den "Krug", in dem man sich zu leckerem Schmaus und süffigen Getränken traf und noch heute trifft. Die angebotenen Speisen sind einfach verlockend, sowohl in diesem romantischen "Gasthaus" mit seinen edlen Gerichten je nach Saison...

als auch in der urigen Schenke "Alte Dorfaue", die nachmittags mit ihren leckeren selbstgebackenen Hefekuchen aufwartet.

Somit ist unser heutiger kleiner Ausflug ins "malerische Berlin" beendet. Mir hat es Freude gemacht, Euch wieder ein Stück meiner Umgebung zu zeigen. Und gleichzeitig festzustellen, dass meine Heimatstadt nicht nur "City total" ist, sondern noch immer auch sanfte, ruhige Seiten zu bieten hat, in denen man die Hektik des Alltags hinter sich lassen kann. Zumindest einen beschaulichen Spaziergang lang.